Ratgeber für Berufsunfähigkeitsversicherungen

Höhe der BU-Rente

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung sollte im Idealfall das gesamte Nettoeinkommen abdecken. Oft laufen auch im Berufsunfähigkeitsfall Kosten für Hausfinanzierung, Familie usw. weiter. Mindestens sollten Sie die aus der Tabelle berechnete Versorgungslücke schließen – wenn Sie angestellt und Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Bei einem Nettoeinkommen von 3000 Euro beträgt Ihre Versorgungslücke € 2044, wenn die gesetzliche Rentenversicherung Sie als teilweise erwerbsgemindert einstuft. Bei voller Erwerbsminderung fehlen Ihnen immer noch € 1237 Euro monatlich.

Große Versorgungslücken im Fall der Berufsunfähigkeit

monatl. Nettoeinkommen Volle Erwerbsminderung Versorgungslücke Halbe Erwerbsminderungsrente Versorgungslücke
€ 4000 € 1863 € 2137 € 1012 € 2988
€ 3000 € 1763 € 1237 € 956 € 2044
€ 2000 € 1146 € 854 € 585 € 1415
€ 1000 € 491 € 509 € 245 € 755

Tabelle zeigt , wie hoch bei entsprechendem Nettoeinkommen im Falle der vollen oder der halben Erwerbsminderungsrente an Einkommen fehlt. Berechnet wurde dies für einen 30-jährigen ledigen Mann, gesetzlich versichert mit einem gleichmässigen Einkommen über die letzten Jahre.

Berufsgruppenkalkulation

Bei der Antragstellung müssen Sie die genaue Berufsbezeichnung angeben, für die der Versicherungsschutz gelten soll. Nebentätigkeiten dürfen nicht verschwiegen werden, sondern müssen auch angegeben werden. Die Versicherer ordnen die Berufe je nach Gefährlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit einer Berufsgruppe zu. Je höher das BU-Risiko für den Versicherer desto höher ist auch die zu zahlende Prämie für den Versicherungsschutz.

Berufsgruppe 1

Hochqualifizierte Berufe mit unterdurschnittlichem BU-Risiko, z.B. Rechtsanwalt, Apotheker, Arzt, Steuerberater, Notar, Architekt, Pfarrer, Wirtschaftsprüfer, kaufmännischen Berufe mit mindestens 80 % Schreibtischtätigkeit.

Berufsgruppe 2

Administrative, kaufmännische Tätigkeit und / oder geringer Anteil körperlicher Betätigung wie z.B. kfm. Angestellter (allgemein), Versicherungsvertreter, Bankkaufmann, Buchhalter, Optiker, Verwaltungsangestellte, Techniker, Verkäufer, Zahnarzt.

Berufsgruppe 3

Körperliche Tätigkeiten mit leicht erhöhtem BU-Risiko, z.B. Schlosser, Schreiner, KFZ-Mechaniker, Krankenschwester, Elektriker, Koch, Krankenpfleger, Maler, Physiotherapeut.

Berufsgruppe 4

schwere körperliche Tätigkeit, hohe Unfallgefahr oder ansonsten stark erhöhtes BU-Risiko z.B. Maurer, Dachdecker, Bahnwärter, Kraftfahrer, Briefträger, Bauarbeiter, Bäcker.

Nicht versicherbare Berufe

Einige Berufe können i.d.R. für den Fall der Berufsunfähigkeit nicht versichert werden. Insbesondere gilt dies für:

  • künstlerisch Tätige Personen
  • Berufsmusiker
  • Berufssportler
  • Rennfahrer
  • Artist
  • Ballett-Tänzer
  • Diskjockey
  • Fahrradkurier
  • Munitionsräumer
  • Schauspieler
  • Sprengmeister
  • Straßenverkäufer
  • Testfahrer
  • Zauberer
  • Arbeitslose

Das Eintrittsalter – je früher desto günstiger

Der Vertragsabschluss sollte so früh wie möglich erfolgen. Je später Sie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung einsteigen, desto höher ist Ihr Eintrittsalter und desto höher auch der zu zahlende Beitrag.

Warten kostet bares Geld

Eintrittsalter Bruttobeitrag Nettobeitrag
20 € 46,53 € 32,57
35 € 66,89 € 46,82
40 € 78,33 € 54,83
45 € 93,37 € 65,36
50 € 110,04 € 77,73

Beispiel: Mann, Nichtraucher, kaufmännischer Angestellter ( 100 % kaufm. tätig), Entalter 67, garantierte BU-Monatsrente 1.000 Euro, monatliche Zahlweise, Überschusssystem Beitragsverrechnung

Laufzeit – je länger desto besser

Beim Aschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, zwischen der Versicherungsdauer und der Leistungsdauer zu unterscheiden. Die Versicherungsdauer ist der Zeitraum, in dem das Risiko der Berufsunfähigkeit abgedeckt ist. Die Leistungsdauer wiederum gibt an, bis zu welchem Lebensalter die vereinbarte BU-Rente gezahlt wird, wenn die Berufsunfähigkeit während der Versicherungsdauer eintritt. So kann zum Beispiel die Versicherungsdauer bis zum 55 Lebensjahr betragen, die Leistungsdauer jedoch bis zum 65 Lebensjahr. In diesem Fall zahlt die Versicherungsgesellschaft bis zum 65 Lebensjahr die BU-Rente, wenn die Berufsunfähigkeit bis zum 55 Lebensjahr eintritt. Tritt die Berufsunfähigkeit jedoch mit dem 56 Lebensjahr, so gilt kein Versicherungsschutz mehr.

Gerade für körperlich Tätige ist es zum Teil schwierig, eine Versicherung mit einer Versicherungsdauer bis zum Renteneintrittsalter zu finden. Oft kann die Laufzeit der BU-Versicherung nur bis zum 55 oder maximal bis zum 60 Lebensjahr vereinbart werden. Ist die Versicherungsdauer durch die Versicherungsgesellschaft eingeschränkt, so sollte man zumindest bei der Leistungsdauer die maximal mögliche Laufzeit vereinbaren.

Hobbys in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Hobbys – je riskaner, desto teurer

In den Anträgen auf Berufsunfähigkeitsversicherung wird regelmäßig nach riskanten Hobbys gefagt. Diese müssen angegeben werden, wenn man keine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung, die zu Problemen bei der Auszahlung der BU-Rente führen kann, begehen will. Einige Hobbys führen in der Regel zu Beitragszuschlägen, wieder andere sind komplett nicht versicherbar. So führen zum Beispiel Boxen oder Kickboxen oft zu einem Beitragszuschlag von 100 % oder gar zur Antragsablehnung.
Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie mit einem solchen Hobby erstmalig beginnen, wenn Sie bereits in der BU-Versicherung versichert sind. Denn nachgemeldet werden muss ein solches nicht. Prüfen Sie jedoch die Tarifbedingungen Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung, ob eventuelle Leistungsausschlüsse für bestimmte Hobbies bestehen. Grundsätzlich sollten sie jedoch, wenn Sie planen mit einem solch riskanten Hobby zu beginnen, die Berufsunfähigkeitsversicherung davor abschließen.

Beamte brauchen Dienstunfähigkeitsklausel

Die Beamten nehmen eine Sonderstellung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ein. Beamte müssen einen Tarif finden, der eine echte “Dienstunfähigkeitsklausel” beinhaltet. So erhält der Beamte Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, sobald der Amtsarzt den Beamten als dienstunfähig erklärt. Ohne die Dienstunfähigkeitsklausel (DU-Klausel) bleibt die erklärte Dienstunfähigkeit des Versicherten bei der Leistungsprüfung auf die beantragte Rentenzahlung unberücksichtigt. Nur wenige Anbieter bieten eine echte Dienstunfähigkeitsklausel in Ihren Berufsunfähigkeitstarifen an.

Selbstständige BU-Versicherung und Kombiprodukte

Grundsätzlich gibt es am Versicherungsmarkt mehrere Varianten der Berufsunfähigkeitsversicherung. Empfehlenswert sind nur die selbstständige und die Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ).

Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine reine Risikoversicherung. Der zu zahlende Beitrag wird für die SIcherstellung der zu zahlenden Rente verwendet. Angespart wird in dieser Variante kein Geld. Im Falle der Berufsunfähigkeit wird eine Rente gezahlt, sonst nicht. Aufgrund des niedrigen Beitrages ist diese Variante zusammen mit der selbstständigen Variante zu bevorzugen.

Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)

DIe Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit der Risikolebensversicherung stellt zwei Verträge in einem dar. Im Todesfall wird eine Todesfallleistung fällig, im Berufsunfähigkeitsfall wird die vereinbarte Rentenzahlung ausgezahlt. Passiert nichts, so wird keine Kapitalzahlung am Vertragsende fällig.

Fondsgebundene oder klassische Lebens- / Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)

Bei der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit fondsgebundener oder klassischer Lebens-oder Rentenversicherung ist der zu zahlende Beitrag deutlich höher als bei der Risikolebensversicherun mit BUZ und der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung. Neben der Beitragszahlung für den Berufsunfähigkeitsschutz wird ein weiterer Teil aufgewendet, um Kapital aufzubauen, um diesen am Ende der Laufzeit als Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung auszuzahlen. Bei Zahlungsschwierigkeiten lässt sich die fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung nicht kündigen, ohne dass der Berufsunfähigkeitsschutz aufrecht erhalten bleiben kann. Deshalb ist diese Variante nicht zu empfehlen.

Gesundheitsfragen im Antrag

Ehrlichkeit vermeidet Rechtsstreitigkeiten

Seien Sie bei der Beantwortung von Gesundheitsfragen im Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung ehrlich und genau. So vermeiden Sie später Rechtsstreitigkeiten, wenn Sie einen Antrag auf Leistungen stellen.

Fragen zum Gesundheitszustand müssen genau und vollständig beantwortet werden. Hilfreich sind Arztberichte, wenn zum Beispiel eine stationäre Behandlung stattgefunden hat (Krankenhausentlassungsbericht). Oft müssen nähere Angaben gemacht werden, wenn Angaben im Antrag unzureichend gemacht wurden.

Krankheiten und Beschwerden, die sie arglistig verschweigen, können bis zu 10 Jahre nach Vertragsabschluss zur Vertragsstornierung und Versagung der Rentenzahlung führen.
In diesem Zusammnehang könnten die genauen Abfragezeiträume der Berufsunfähigkeitsversicherungen von großer Wichtigkeit sein. Denn bei einer BU-Versichererung, bei der im Antrag nur die letzten 5 Jahre (statt der üblichen 10 Jahre) ab. Hier ist die Gefahr von einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung natürlich deutlich geringer für den Antragsteller.

Risikozuschlag, Risikoauschluss oder Antragsablehnung

Komplette Ablehnung

Bei folgenden Erkrankungen kann kein Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag abgeschlossen werden:

  • Alkoholismus
  • Drogensucht
  • Psychische Krankheiten und Störungen
  • Depressionen
  • Krebs
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Crohn
  • Morbus Bechterew
  • Parkinson
  • Rheuma
  • HIV-Infektion / AIDS
  • Herzinsuffizenz
  • Diabetes Melitus

Risikoauschluss

Ursachen und Folgen der folgenden beispielhaften Krankheiten werden von Versicherungsschutz ausgeschlossen:

  • Allergien
  • Asthma
  • Tinitus
  • Neurodermitis
  • Grüner Star
  • wiederkehrende Rückenschmerzen
  • Beinlängendifferenz / Beckenschiefstand
  • Bandscheibenvorfall

Risikozuschlag

Bei folgenden beispielhaften Erkrankungen ist i.d.R. ein Risikozuschlag fällig:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Bronchitis
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Nierensteine
  • leichtes Asthma
  • Krampfadern

Dynamik

Eine einst vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente verliert mit der Zeit aufgrund von Preissteigerungen (Inflation) an Kaufkraft. So ist eine Rente i.H.v z.B. € 1.500 in 10 oder zwanzig Jahres deutlich weniger Wert. Um dies zu verhindern, vereinbaren Sie am besten eine automatische Erhöhung der Rente und des Beitrages (Dynamik zum Inflationsausgleich) um zum Beispiel 5 % ohne erneute Gesundheitsprüfung. Sie können der automatischen Erhöhung der Versicherungsleistung und des Beitrages jeweils 2 mal hintereinander widersprechen, widersprechen Sie 3 mal hintereinander, so erlischt die Dynamik für die Vertrag für die Zukunft.

Einige BU-Tarife bieten auch eine Dynamik im Leistungsfall (Leistungsdynamik). Entscheiden Sie sich für diese Option, erhöht sich im Berufsunfähigkeitsfall Ihre Rente automatisch um zum Beispiel 3 % pro Jahr, um der Geldwertentwertung entgegen zu treten.

Nachversicherungsgarantie

Abgesehen von der Vereinbarung einer Dynamik (automatische jährliche Erhöhung der Rentenhöhe und des zu zahlenden Beitrags) bieten die Großzahl der Berufsunfähigkeitsversicherungstarife eine Nachversicherungsgarantie an.

Die Nachversicherungsgarantie ist an verschiedene Ereignisse geknüpft. Diese können zum Beispiel sein:

  • Jobwechsel
  • Signifikante Einkommensverbesserung
  • Heirat
  • Immobilienerwerb / Immobilienbau
  • Geburt eines Kindes
  • Heirat / Scheidung

Tritt eines der Ereignisse ein, so hat der Versicherungsnehmer das Recht seine versicherte Rentenhöhe ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Oft wird die Erhöhung auf 50 % – 75 % der vereinbarten Rentenhöhe begrenzt. Empfohlen werden Tarife, die eine Nachversicherungsgarantie von 100 % zulassen.

Optimale BU-Versicherungsbedingungen

Bei der Wahl eines BU-Tarifes ist auf verbraucherfreundliche Regelungen in den Versicherungsbedingungen zu achten. Auf Zusicherungen in Werbeschriften und Prospekten sollte man nicht bauen. Folgende Kriterien sind äußerst wichtig:

  • 1. Verzicht auf abstrakte Verweisung

Insbesondere bei alten Verträgen ist die Möglichkeit der abstrakten Verweisung noch vorhanden. Der Versicherer kann mit der abstrakten Verweisung den Versicherungsnehmer auf einen anderen Beruf verweisen und die Rentenzahlung verweigern. Achten Sie daher darauf, dass der gewünschte BU-Tarif keine abstrakte Verweisung beinhaltet.

  • 2. 6-Monats-Prognose ausreichend

Um die versicherte Berufsunfähigkeitsrente zu erhalten, muss der Arzt eine “voraussichtlich dauernde” Berufsunfähigkeit bescheinigen – mit dieser Regelung sind mindestens 3 Jahre gemeint. Vorteilhaft für den Versicherten ist es, wenn der Zeitraum auf 6 Monate verkürzt wird, so erhalten Sie Ihre versicherte Rente viel leichter. Alte Tarife beinhalten oft noch die 3-Jahres-Prognose in ihren Versicherungsbedingungen. Tarife, die noch diese benachteiligende Regelung verwenden , sollten nicht abgeschlossen werden.

  • 3. Rückwirkende Rentenzahlung, keine oder lange Meldefristen

Versicherungsgesellschaften erwarten vom Versicherungsnehmer, dass dieser den Versicherungsfall sofort meldet. Insbesondere ältere Tarife sehen strenge Meldefristen vor. Meldet der Berufsunfähige den Versicherungsfall zu spät an, so entgeht ihm viel Geld, da er erst ab Meldung die versicherte Rente erhält. Gute Tarife sehen sehr lange Meldefristen bzw. leisten rückwirkend ab Beginn der eingetretenen Berufsunfähigkeit.

  • 4. zinslose Stundung der Versicherungsbeiträge bis zur Entscheidung

Bis zur Entscheidung über die Anerkennung der Berufsunfähigkeit können manchmal mehrere Monate vergehen. Tritt der Berufsunfähigkeitsfall ein, so verringert sich das Einkommen schlagartig. Es ist also vorteilhaft, wenn der Versicherer die Beitragszahlung zinslos stunden kann , bis er über den Berufsunfähigkeitsantrag endgültig entschieden hat.

  • 5. Nachversicherungsgarantie

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt Ihnen eine Erhöhung der versicherten Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese Garantie ist an verschiedene Ereignisse geknüpft, wie zum Beispiel Immobilienbau bzw. Immobilienerwerb oder Heirat. Der avisierte Tarif sollte eine Nachversicherungsgarantie anbieten, damit Sie auch bei verschlechtertem Gesundheitszustand Ihren Rentenhöhe an Ihren Bedarf anpassen können.

  • 6. keine Arztanordnungsklausel

Leistungsschwache Tarife sehen oft noch die Arztanordnungsklausel vor. Diese Klausel erlaubt dem Versicherer, die Rentenzahlung einzustellen bzw. zu verweigern, wenn die versicherte Person ärztlich angeordnete Therapien oder Heilmassnahmen nicht durchführt.

  • 7. Versicherungsschutz auch bei zeitweisem Ausscheiden aus dem Beruf

Beim zeitweisem Ausscheiden aus dem Beruf sollte der Versicherungsschutz in voller Höhe weiterbestehen, auch wenn die versicherte Berufstätigkeit vorübergehend nicht ausgeübt wird. Dies ist zum Beispiel wichtig, wenn die versicherte Person eine Kinder- / Babypause nimmt.

  • 8. Begrenzung der Gesundheitsfragen auf die letzten 5 Jahre

Je kürzer der Zeitraum der relevanten Beschwerden und Erkrankungen, die angegeben werden müssen, desto besser. So vermeidet man (fahrlässige) Falschangaben bei der Beantwortung von Gesundheitsfragen im Antragsformular. Manche Tarife sehen leider immer noch vor, dass alle Untersuchungen, Beratungen und Heilmassnahmen aus den letzten 10 Jahren
angegeben werden müssen.

  • 9. Dynamik der BU-Rente auch im Leistungsfall

Ist die BU-Rente erstmal bewilligt, so steigt sie nur geringfügig während der Rentenbezugszeit. Besser ist es, wenn die Rente jedes Jahr um einen bestimtmen Prozentsatz erhöht wird. So vermeidet man inflationsbedingte Geldwertentwertung.

Warum sollte man zu seiner Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rechtsschutzversicherung abschließen?

Im Leistungsfall, also bei Eintritt einer Berufsunfähigkeitsversicherung, geht es nicht selten um viele hundert tausend Euro Anspruch (Monatsrente mal 12 mal den voraussichtlichen Jahren der Berufsunfähigkeit), daher ist es wenig verwunderlich, dass der Berufsunfähigkeitsversicherer genau den Anspruch prüft. Dies ist natürlich auch im Sinn der Versichertengemeinschaft, da diese dafür im Kollektiv zahlen.
Nicht selten wird im Leistungsfall beispielsweise auch geprüft,ob bei Antragstellung alle Fragen richtig beantwortet wurden vom Versicherungsnehmer (Prüfung auf vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Daraus könnte sich natürlich ein Rechtsstreit entwickeln. Die Kosten für Anwalt und Gericht bemessen sich dabei am Streitwert, welcher bei der Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund des langjährigen Rentenanspruchs extrem hoch sein dürfte.
Eine Rechtsschutzversicherung sichert einem also eine bequeme Ausgangslage, wenn es tatsächlich zu einer gerichtlichen oder auch nur außergerichtlichen Auseinandersetzung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt.

Wichtig ist dabei, dass die Rechtsschutzversicherung im besten Fall bereits vor Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung bestanden haben sollte (zudem gibt es auch noch Wartezeiten).
Infos zur Rechtsschutzversicherung